NATURSTEINE AUS ALLER WELT

Normen für Bodenplatten-Übersicht

Diese Tabelle soll Ihnen einen Überblick über die für Bodenplatten wichtigsten Normen geben. In der oberen Menüleiste finden Sie mehrere Punkte, unter denen die die einzelnen Parameter erläutert werden.

Norm Inhalt
EN 1341 Anforderungen an Platten aus Naturstein für Außenbereiche
EN 1468 Naturstein Halbfertigerzeugnisse-Rohplatten, Spezifikation
EN 1925 Bestimmung der Wasseraufnahme von Naturstein
EN 1926 Bestimmung der Druckfestigkeit von Naturstein
EN 1936 Bestimmung der Dichte (Rein-, Rohdichte), der offenen Porosität sowie Gesamtporosität von Naturstein
EN 12 057 Naturstein: Fertigerzeugnisse Fliesen, Spezifikation
EN 12058 Naturstein: Fertigerzeugnisse Bodenplatten und Stufenbeläge, Spezifikation
EN 12 371 Bestimmung des Frostwiderstandes von Naturstein
EN 12 372 Bestimmung der Biegefestigkeit und Punktlast von Naturstein
EN 12 407 Petrographische Bezeichnung von Naturstein
EN 12 440 Bezeichnung von Naturstein
EN 12 670 Terminologie von Naturstein
DIN 51 130 Prüfung von Bodenbelägen; Bestimmung der rutschhemmenden Eigenschaft; Arbeitsräume und Arbeitsbereiche mit erhöhter Rutschgefahr
DIN 51 097 Prüfung von Bodenbelägen; Bestimmung der rutschhemmenden Eigenschaft und naßbelasteten Barfußbereiche




Festigkeiten von Naturstein

Druckfestigkeit
Diese Norm schreibt vor, wie ein Gestein hinsichtlich seiner Druckfestigkeit zu prüfen ist. In dem Prüfbericht muß eine petrographische Bezeichnung des Gesteins, Handelsname, Abbaugebiet sowie eine genaue Beschreibung der Untersuchung selbst enthalten sein.
Bei Schiefer wird die Druckbelastung senkrecht zur Schieferung vorgenommen, da Schiefer nur so beansprucht wird. Gesteine können auch senkrecht und parallel zur Anisotropiefläche geprüft werden. Anisotropieflächen sind Unstetigkeitsflächen, z. B. Schieferung oder Schichtung.
Wie man dem vereinfachten Schema entnehmen kann, gibt es bei allen Gesteinen Schwankungen in der Druckfestigkeit. Daher ist es notwendig für jede Gesteinsvarietät eine Einzelprüfung vorzunehmen, um eventuell nachfolgende Schäden zu vermeiden.

Biegefestigkeit
Dieser Wert besagt, welchen Belastungen eine Schieferplatte aushalten kann. Die Biegefestigkeit ist vor allem abhängig von der Ausbildung der Schichtung bzw. Schieferung. Je glatter und dichter die Glimmerlagen ausgebildet sind, desto höher ist die Biegefestigkeit.
Andererseits müssen ausreichend starre (= harte) Minerale vorhanden sein, um Belastungen widerstehen zu können.

Das folgende Schema verdeutlicht, wie innerhalb der jeweiligen Gesteinsarten die Biegefestigkeit schwanken kann und es zeigt auch, daß Tonschiefer enorm hohe Werte erreicht. Dies ist eine der markantesten Festigkeitseigenschaften, welche primär durch die Schieferung verursacht wird.

Abriebfestigkeit
Die Abriebfestigkeit oder Abnutzbarkeit hängt in hohem Maße von dem mineralogischen Aufbau und dem Gefüge eines Gesteins ab. Ebenfalls spielt der Feuchtigkeitsgehalt des Gesteins eine Rolle (Quelle: Pauschal, A.).

Mit der Untersuchung des Abriebs wird festgestellt, welchen Widerstand das Gestein gegenüber Geh- und Trittbeanspruchung zeigt.

Die Abriebfestigkeit wird mit der Amsler- oder Böhme Scheibe ermittelt. Dabei wird auf eine rotierende Scheibe ein Schleifmittel aufgebracht. Bei festgelegter Drehzahl sowie definiertem Druck wird das zu prüfende Gestein geschliffen und somit die Abriebfestigkeit ermittelt.

Zur Einteilung wird der Abrieb in 4 Klassen, je nach Beanspruchung, eingeteilt und die folgende Tabelle stellt diese Klassen dar*.

Abriebklasse Anwendungsbereich
1 Für Bodenbeläge mit leichter Beanspruchung, d. h. nur Bereiche die Barfuß oder nur mit Schuhen betreten werden, die eine weiche Sohle haben (z. B. Hausschuhe). In die Räume sollte kein Schmutz wie z. B. Sand hereingetragen werden. Räumlichkeiten für die Abriebklasse 1 wären u. a. Schlafzimmer oder Bäder.
2 In diese Klasse gehören häufig begangene Räume wie z. B. Wohn- oder Esszimmer, d. h. Räume mit mittlerer Beanspruchung. Diese Bereiche werden häufig mit Schuhen betreten, die weiche bis normale Sohlen besitzen. Innerhalb der genannten Räume darf es höchstens zu leicht kratzenden Verschmutzungen kommen.
3 Bereiche, die häufiger mit normalen Schuhwerk betreten werden. Die Bodenbeläge sind für mittelstarker Beanspruchung geeignet, also z. B. für Flure, Hallen, Küchen, Terrassen und Balkone. Innerhalb der genannten Räume darf es zu geringer kratzender Verschmutzung kommen.
4 Für Räume mit hoher Beanspruchung wie z. B. Hauseingänge, Küchen, Arbeits- und Wirtschaftsräume, Eingangshallen, Restaurants, Ausstellungs- und Verkaufsräume. Die Räumlichkeiten werden sehr oft betreten und häufig kratzenden Verschmutzung ausgesetzt.

* nicht vollständig



Frostbeständigkeit von Naturstein


Während im Sommer sehr hohe Temperaturen erreicht werden können, sinken sie im Winter oft weit in den Minusbereich. Selbst innerhalb einer Jahreszeit muß der Schiefer nicht selten enorme Temperaturschwankungen überstehen.

Auf der Schieferoberfläche sind die Temperaturen bei Sonneneinstrahlung höher als auf der Unterfläche. Sowohl dies als auch das abweichende Dehnungsverhalten der einzelnen Minerale (Temp.-koeffizient), können zu Spannungen innerhalb der Schieferplatte führen und eine Gefügeauflockerung hervorrufen.

In Frost-Tau-Wechselversuchen wird im Grunde versucht, labormäßig die Witterung zu simulieren, um Rückschlüsse auf die Frostbeständigkeit eines Gesteins ziehen zu können. Dabei wird das wassergetränkte Gestein Frost-Tau-Zyklen ausgesetzt, deren Temperaturbereich zwischen 25°C bis -22°C liegen. Frostbeanspruchungen werden sowohl unter Wasser als auch an der Luft durchgeführt.

Folgende Angaben werden gemacht:

  • Einschätzung nach Augenschein vor und nach dem Frost-Tau-Wechselversuch
  • Gewichtsverlust bzw. Absplitterung in %
  • im Fall von Frostschäden eine Beschreibung der Phänomene


Rutschwiderstand

Bei der Feststellung des Rutschwiderstandes muß zwischen zwei Normen, d. h. Anwendungsbereichen unterschieden werden. Es ist nicht möglich, die R- Werte mit den ABC - Werten zu vergleichen. Im folgenden sollen beide Normen und die jeweiligen Anwendungsbereiche vorgestellt werden.

Norm Anwendungsbereiche Klassifizierung
DIN 51130 Arbeitsräume u. Arbeitsbereiche mit erhöhter Rutschgefahr R 9 bis R 13
DIN 51097 naßbelasteten Barfußbereiche A bis C


Arbeitsräume und Arbeitsbereiche mit erhöhter Rutschgefahr
In der "Berufsgenossenschaftlichen Regel für Fußböden in Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen mit Rutschgefahr" (BGR 181), herausgegeben vom Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaft, wird sich mit der Frage der Rutschsicherheit von Bodenbelägen aus Naturstein beschäftigt. Einerseits soll dieses Merkblatt generell der Unfallverminderung dienen, andererseits den "Vorschriften zur Unfallverhütung" entsprechen.

Die Regelung zur Rutschsicherheit gilt ausschließlich für Böden in öffentlichen Einrichtungen.
Unterteilt wird die Regelung in sogenannten R-Werten (R 9 bis R 13), wobei R 9 eine Mindestanforderung für öffentliche Räume darstellt.

R-Werte Anwendungsbereiche
R 9
  • Arztpraxen und Apotheken sowie Krankenzimmer und Flure in Krankenhäuser
  • Laborräume, Räume für medizinische Diagnostik und Therapien
  • Verkaufsräume, Friseursalons und Schalterräume in Geldinstituten
  • Gast- u. Speiseräume, Kantinen u. Mensen sowie deren Bedienungs- und Serviergänge
  • Eingangsbereiche, Flure, Pausenräume sowie Treppen von Kindergärten und Schulen
R 10
  • Sozialräume
R 11
  • Werkstätten, Lager- und Verkaufsbereiche sowie Parkflächen und Verkehrswege
  • Eingangsbereiche und Treppen im Freien
R 12
  • Klinikküchen, Spülräume bei der Herstellung von Backwaren
R 13
  • Schlachträume

Werden in den Räumlichkeiten Fette, Öle oder ähnliche Flüssigkeiten verwendet, gelten hierfür spezielle Anforderungen.

Die R-Werte stehen für rutschhemmende Eigenschaften und werden nach DIN 51 130 in einem Labor wie folgt ermittelt:
Eine Prüfperson mit definierten Prüfschuhen geht in aufrechter Haltung vor- und rückwärts auf dem zu prüfenden Bodenbelag. Die Neigung des Bodens ist anfangs waagerecht und wird solange gesteigert, bis die Prüfperson unsicher wird (Akzeptanzwinkel). Der Akzeptanzwinkel wird ermittelt, indem man den Bodenbelag mit Motoren-Schmieröl bestreicht und der mittlere Akzeptanzwinkel dient dann zur Beurteilung des Grades der Rutschhemmung.
Schiefer mit bruchrauher oder spaltrauher Oberfläche erfüllt die Mindestanforderungen R 9 und kann daher in öffentlichen Gebäuden verwendet werden. Vom Einsatz von Schiefer mit polierter Oberfläche in öffentlichen Einrichtungen wird abgeraten.

Naßbelastete Barfußbereiche

Bewertungs- gruppe Mindestnei- gungswinkel Bereiche
A 12°
  • weitesgehend trockene Barfußgänge
  • Beckenböden im Nichtschwimmerbereich, sofern die Wassertiefe im gesamten Bereich mehr als 80 cm beträgt
B 18°
  • Barfußgänge, soweit sie nicht 'A' zugeordnet sind
  • Duschräume und Bereiche von Desinfektionsanlagen
  • Beckenböden im Nichtschwimmerbereich, sofern die Wassertiefe in Teilbereichen mehr als 80 cm beträgt
  • Beckenböden in Nichtschwimmerbereichen von Wellenbecken
  • Beckenumgänge, Hubböden und Planschbecken
  • ins Wasser führende Leitern
C 24°
  • ins Wasser führende Leitern, soweit sie nicht 'B' zugeordnet sind
  • Durchschreitebecken
  • geneigte Beckenrandausbildungen


Die Tabelle gibt nicht sämtliche Bereiche an! Bei der Prüfung bewegt sich eine Prüfperson in aufrechter Haltung vor- und rückwärts auf den zu prüfenden Bodenbelag. Dieser befindet sich am Anfang in der Horizontalen und wird nun so lange gekippt, bis die Prüfperson unsicher wird. Je nach festgestelltem Winkel wird der Bodenbelag der entsprechenden Gruppe zugeordnet.



Wasseraufnahme

Die Wasseraufnahme W ist die Differenz zwischen der Masse der wassergelagerten Probe und der getrockneten Probe.

Der Wasseraufnahmegrad wird in den massebezogenen Wasseraufnahmegrad Wm und in den volumenbezogenen Wasseraufnahmegrad Wv unterschieden.

Der Sättigungsbeiwert S ist das Verhältnis aus der Wasseraufnahme unter Atmosphärendruck und der Wasseraufnahme unter einem Druck von 150 bar.
Dringt Wasser durch Mikrorisse in die Schieferplatte ein oder nehmen organische Substanzen Wasser auf, kann dies das Gefüge zerstören: Eis hat ein größeres Volumen als flüssiges Wasser und Temperaturwechsel können eine ständige Anderung des Aggregatzustandes "fest - flüssig" verursachen. Diese Volumenveränderung kann Gefügelockerung und somit das Abplatzen einzelner Plättchen von der Schieferplatte bewirken.

Zusammen mit dem Frostwiderstand können Aussagen zur Verwitterungsbeständigkeit eines Gesteins gemacht werden.



Spezifikationen

Spezifikation Fliesen
Diese Norm legt Anforderungen für Fliesen aus Naturstein fest, die als Bodenbeläge oder Wandverkleidung verwendet werden. In ihr wird der Begriff Fliese definiert, sowie die Anforderungen hinsichtlich Form, Maß, Ebenheit, Rechtwinkligkeit, an die Oberflächenbeschaffenheit und Kantenausführung. Es wird weiterhin festgelegt, welche technischen Eigenschaften im Prüfzeugnis genannt werden müssen.



unkalibriert kalibriert
Maße l / b 1 mm 0,5 mm
d 1,5 mm 0,5 mm
Ebenheit
(für geschliffene und polierte Oberflächen)
0,15 % 0,15 %
Rechtwinkligkeit 0,15 % 0,15 %



Spezifikation Bodenplatten, Stufenbeläge

Hier werden Anforderungen für Natursteine genannt, die als Bodenplatten, Stufenbeläge oder Fensterbänke verwendet werden. Es werden die Begriffe Bodenplatte und Stufenbelag definiert, sowie deren Form, Maße, Dicke, Ebenheit und Grenzabmaße. Daneben werden Anforderungen an die Oberflächenbeschaffenheit genannt. Es wird weiterhin festgelegt, welche technischen Eigenschaften im Prüfzeugnis belegt werden müssen.
Schiefer kann bruchrauh geliefert werden, d. h. der Schiefer wird gespalten und nicht weiter behandelt (Schleifen, Polieren). Für geschliffenen und polierten Naturstein gelten folgende Maßtoleranzen* (EN 12 057):

Nenndicke [mm] Höchste zulässige Abweichung
bis 15 1,5 mm
über 15 bis 30 10 %
über 30 bis 80 3 mm
über 80 5 mm
Ebenheit
Platten mit einer Länge bis zu 600 mm höchstens 2 % der größten Plattenlänge, aber nicht mehr als 3 mm
Länge & Breite
Platten mit einer Länge bis zu 600 mm 1 mm
Platten mit einer Länge bis zu 600 mm 2 mm

* = Die Werte sind als plus-minus Werte zu verstehen.

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