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Festigkeiten von Naturstein
Druckfestigkeit
Diese Norm schreibt vor, wie ein Gestein hinsichtlich seiner Druckfestigkeit zu prüfen ist. In dem Prüfbericht muß eine petrographische Bezeichnung des Gesteins, Handelsname, Abbaugebiet sowie eine genaue Beschreibung der Untersuchung selbst enthalten sein.
Bei Schiefer wird die Druckbelastung senkrecht zur Schieferung vorgenommen, da Schiefer nur so beansprucht wird. Gesteine können auch senkrecht und parallel zur Anisotropiefläche geprüft werden. Anisotropieflächen sind Unstetigkeitsflächen, z. B. Schieferung oder Schichtung.
Wie man dem vereinfachten Schema entnehmen kann, gibt es bei allen Gesteinen Schwankungen in der Druckfestigkeit. Daher ist es notwendig für jede Gesteinsvarietät eine Einzelprüfung vorzunehmen, um eventuell nachfolgende Schäden zu vermeiden.
Biegefestigkeit
Dieser Wert besagt, welchen Belastungen eine Schieferplatte aushalten kann. Die Biegefestigkeit ist vor allem abhängig von der Ausbildung der Schichtung bzw. Schieferung. Je glatter und dichter die Glimmerlagen ausgebildet sind, desto höher ist die Biegefestigkeit.
Andererseits müssen ausreichend starre (= harte) Minerale vorhanden sein, um Belastungen widerstehen zu können.
Das folgende Schema verdeutlicht, wie innerhalb der jeweiligen Gesteinsarten die Biegefestigkeit schwanken kann und es zeigt auch, daß Tonschiefer enorm hohe Werte erreicht. Dies ist eine der markantesten Festigkeitseigenschaften, welche primär durch die Schieferung verursacht wird.
Abriebfestigkeit
Die Abriebfestigkeit oder Abnutzbarkeit hängt in hohem Maße von dem mineralogischen Aufbau und dem Gefüge eines Gesteins ab. Ebenfalls spielt der Feuchtigkeitsgehalt des Gesteins eine Rolle (Quelle: Pauschal, A.).
Mit der Untersuchung des Abriebs wird festgestellt, welchen Widerstand das Gestein gegenüber Geh- und Trittbeanspruchung zeigt.
Die Abriebfestigkeit wird mit der Amsler- oder Böhme Scheibe ermittelt.
Dabei wird auf eine rotierende Scheibe ein Schleifmittel aufgebracht. Bei festgelegter Drehzahl sowie definiertem Druck wird das zu prüfende Gestein geschliffen und somit die Abriebfestigkeit ermittelt.
Zur Einteilung wird der Abrieb in 4 Klassen, je nach Beanspruchung, eingeteilt und die folgende Tabelle stellt diese Klassen dar*.
| Abriebklasse |
Anwendungsbereich |
| 1 |
Für Bodenbeläge mit leichter Beanspruchung, d. h. nur Bereiche die Barfuß oder nur mit Schuhen betreten werden, die eine weiche Sohle haben (z. B. Hausschuhe). In die Räume sollte kein Schmutz wie z. B. Sand hereingetragen werden. Räumlichkeiten für die Abriebklasse 1 wären u. a. Schlafzimmer oder Bäder. |
| 2 |
In diese Klasse gehören häufig begangene Räume wie z. B. Wohn- oder Esszimmer, d. h. Räume mit mittlerer Beanspruchung. Diese Bereiche werden häufig mit Schuhen betreten, die weiche bis normale Sohlen besitzen. Innerhalb der genannten Räume darf es höchstens zu leicht kratzenden Verschmutzungen kommen. |
| 3 |
Bereiche, die häufiger mit normalen Schuhwerk betreten werden. Die Bodenbeläge sind für mittelstarker Beanspruchung geeignet, also z. B. für Flure, Hallen, Küchen, Terrassen und Balkone. Innerhalb der genannten Räume darf es zu geringer kratzender Verschmutzung kommen. |
| 4 |
Für Räume mit hoher Beanspruchung wie z. B. Hauseingänge, Küchen, Arbeits- und Wirtschaftsräume, Eingangshallen, Restaurants, Ausstellungs- und Verkaufsräume. Die Räumlichkeiten werden sehr oft betreten und häufig kratzenden Verschmutzung ausgesetzt. |
* nicht vollständig
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