Johann & Backes - Schiefer und Natursteine aus aller Welt
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Chemische Komponenten

Bestimmung des Karbonatgehaltes
Die Kenntnis über den Gehalt an Karbonat erlaubt Rückschlüsse auf das Langzeitverhalten hinsichtlich der Alterung und der Farbgebung eines Schiefers. Hohe Gehalte können die Festigkeit eines Schiefers herabsetzen.
Im Prüfbericht ist der Mittelwert des scheinbaren Kalziumkarbonatgehaltes in Prozent auf eine Dezimalstelle anzugeben. Der Gehalt an nicht-karbonat gebundenem Kohlenstoff muß < 2,00 % sein (Stand: Mai 1999).

Die chemische Analyse gibt keine Auskunft, welche Karbonatminerale im Schiefer auftreten. Eine bessere Information erhält man mit der Bestimmung der Gehalte an Karbonatmineralen. Daher ist die mineralogischen Analyse immer zu bevorzugen.

Die Karbonate umfassen ein größere Gruppe von Mineralen. In einigen Mineralen ist neben Kalzium zusätzlich Eisen oder Magnesium eingebaut. Also auch Karbonate können Braunfärbungen verursachen. Dies bedeutet, daß der Einfluß von Karbonat auf die Gesteinsqualität vom jeweiligen Karbonatmineral abhängt.

Karbonate reagieren sehr leicht, d. h. sie können in Gebieten mit z. B. saurem Regen schnell gelöst werden. Das in der Atmosphäre enthaltene Kohlendioxid kann Karbonat in Hydrogenkarbonat umwandeln und dieses ist wasserlöslich. Wird Hydrogenkarbonat abgeführt, kann dies eine Aufrauhung der Spaltflächen, Gefügeauflockerungen und bei hohen Gehalten die Zerstörung der Schieferplatte zur Folge haben.

Bei Anwesenheit von Sulfid kann weiterhin Gips gebildet werden. Dieser hat ein höheres Volumen und somit kann es zu Spannungen im Gefüge und daher zu Gefügeauflockerungen im Schiefer kommen (rechte Zeichnung).

Infolge höheren Kalzium-Angebotes wird auch die Bewuchsfreundlichkeit des Schiefers durch Moose und Flechten begünstigt. Zusätzlich kann es zur Veränderung des Verhaltens im Frost-Tau-Wechselversuch führen.


Bestimmung des Kohlenstoffgehaltes
Im Schiefer tritt Kohlenstoff in verschiedenen Formen auf. Von wesentlicher Bedeutung ist der organische Kohlenstoff (= Corg.), der eine Art gestaltlose bituminöse Masse darstellt. Dieser organische Kohlenstoff stammt aus abgelagerten organischen Resten und bewirkt die dunkle Färbung eines Schiefers.

Bis zu einem gewissen Grad unterstützt Kohlenstoff die Spaltbarkeit, da er wie eine Art Schmiermittel wirkt. Bei sehr hohen Corg.-Gehalten kommt es zu einem Rußschiefer, der sehr weich ist, leicht zerfallen kann und daher als Dachschiefer ungeeignet ist. Corg. kann zu Kohlendioxid (CO2) oxydieren, somit aus dem Schiefer entweichen und dadurch Aufhellungen beim Schiefer bewirken. Aufhellungen haben keinen Einfluß auf die Festigkeit eines Schiefers, vielmehr führen sie zu der für Schieferdächer typischen Lebhaftigkeit.

In der Euro-Norm handelt es sich um die Bestimmung des Gehaltes an nicht-karbonat gebundenem Kohlenstoff. Dabei wird in einem festgelegten Verfahren der Kohlenstoffgehalt dreimal analysiert und aus diesen ein Mittelwert errechnet. Der Wert muß in Prozent auf zwei Dezimalstellen genau im Prüfbericht angegeben werden.
Ibero-Schiefer Altdeutsche Deckung Ibero-Schiefer Altdeutsche Deckung Ibero-Schiefer Bogenschnitt-Deckung 30x30 cm IberoŽ-Schiefer Schuppendeckung IberoŽ-Schiefer Altdeutsche Deckung IberoŽ-Schiefer Rechteckdeckung