Johann & Backes - Schiefer und Natursteine aus aller Welt
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Abbau | Abrieb | Akzessorien | Altdeutschen Deckung | Anhydritestrich | Ankerit | Ausblühungen
Abbau
Planmäßige Gewinnung mineralischer Rohstoffe aus Lagerstätten, an dieser Stelle natürlich Schiefer.


Abrieb
Die Abriebfestigkeit oder Abnutzbarkeit hängt in hohem Maße von dem mineralogischen Aufbau und dem Gefüge eines Gesteins ab. Ebenfalls spielt der Feuchtigkeitsgehalt des Gesteins eine Rolle (Quelle: Pauschal, A.). Mit der Untersuchung des Abriebs wird festgestellt, welchen Widerstand das Gestein gegenüber Geh- und Trittbeanspruchung zeigt.

Die Abriebfestigkeit wird mit der Amsler- oder Böhme Scheibe ermittelt. Dabei wird auf eine rotierende Scheibe ein Schleifmittel aufgebracht. Bei festgelegter Drehzahl sowie definiertem Druck wird das zu prüfende Gestein geschliffen und somit die Abriebfestigkeit ermittelt.

Zur Einteilung wird der Abrieb in 4 Klassen, je nach Beanspruchung, eingeteilt und die folgende Tabelle stellt diese Klassen dar*.
Abriebklasse Anwendungsbereich
1 Für Bodenbeläge mit leichter Beanspruchung, d. h. nur Bereiche die Barfuß oder nur mit Schuhen betreten werden, die eine weiche Sohle haben (z. B. Hausschuhe). In die Räume sollte kein Schmutz wie z. B. Sand hereingetragen werden. Räumlichkeiten für die Abriebklasse 1 wären u. a. Schlafzimmer oder Bäder.
2 In diese Klasse gehören häufig begangene Räume wie z. B. Wohn- oder Esszimmer,  d. h. Räume mit mittlerer Beanspruchung. Diese Bereiche werden häufig mit Schuhen betreten, die weiche bis normale Sohlen besitzen. Innerhalb der genannten Räume darf es höchstens zu leicht kratzenden Verschmutzungen kommen.
3 Bereiche, die häufiger mit normalen Schuhwerk betreten werden. Die Bodenbeläge sind für mittelstarker Beanspruchung geeignet, also z. B. für Flure, Hallen, Küchen, Terrassen und Balkone. Innerhalb der genannten Räume darf es zu geringer kratzender Verschmutzung kommen.
4 Für Räume mit hoher Beanspruchung wie z. B. Hauseingänge, Küchen, Arbeits- und Wirtschaftsräume, Eingangshallen, Restaurants, Ausstellungs- und Verkaufsräume. Die Räumlichkeiten werden sehr oft betreten und häufig kratzenden Verschmutzung ausgesetzt.


Akzessorien
Zu den Akzessorien gehören die Minerale, die mit weniger als 5 % am Gesteinsaufbau beteiligt sind. Bei Schiefer treten z.B. Erzminerale wie Ilmenit oder Eisensulfide sowie Karbonate akzessorisch auf. Obwohl Akzessorien nur einen geringen Anteil am Schiefer haben, können sie dennoch die Qualität beeinflußen (Siehe Eisensulfide oder Karbonate).


Altdeutschen Deckung
Bei der Altdeutschen Deckung werden Decksteine mit deutlich unterschiedlicher Höhe und Breite verwendet. Dabei wird an der Traufe mit den größten Decksteinen begonnen und es kommt zu einer sichtbaren Verjüngung der Deckung hin zum First. Die Decksteine für die altdeutsche Deckung können im stumpfen, normalen und scharfen Hieb hergestellt werden. Ausführlichere Erläuterungen finden Sie unter dem Menüpunkt 'Ibero® - Dach- und Wandschiefer'.


Anhydritestrich
Kurze Einbauzeiten, günstiges Preisniveau sowie die wirtschaftliche Verlegung führen zu einer immer häufigeren Verwendung von Anhydritestrich. Als weitere Vorteile sind das günstige Schwind- und Quellverhalten, die hohe Biegezugfestigkeit wie auch eine frühe Begehbarkeit zu nennen.
Die Empfindlichkeit von Anhydritestrich gegenüber Feuchtigkeit ist dagegen eine negative Eigenschaft. Daher ist der Anhydritestrich nach dem Abschleifen gegen eindringende Feuchtigkeit zu schützen (z. B. Reaktionsharzversiegelung).
Der Untergrund muß eben, staub- ,öl- und fettfrei sein. Vor der Verlegung von Schieferplatten ist darauf zu achten, daß die Restfeuchte <1% ist. Sicherheitshalber sollte die deswegen mit einem Feuchtigkeitsmesser geprüft werden.
Zu beachten ist auch, daß sowohl im Estrich als auch beim Natursteinbelag Dehnungsfugen angelegt werden müssen.


Ankerit
Ca Fe [CO3]2, Mohshärte 3,5 Karbonatmineral, welches sich durch Qxydation braun färben kann, daher auch der Name "Braunspat" der sächsischen Bergleute.


Ausblühungen
Im Mörtelbett kann Hydrogenkarbonat vorkommen, welches durch Wasser und Kapillarkräfte nach oben steigt. An der Oberfläche führt die Verdunstung das Wasser ab und zurück bleiben Karbonatausblühungen, die das Aussehen eines Natursteins beeinträchtigen können.
Auch bei sorgfältiger handwerklicher Ausführung können Kalkausblühungen nicht vollständig ausgeschlossen werden. Trotzdem sind diese Phänomene zumindest reduzierbar, indem man kalkarme Mörtel verwendet. Diese bestehen aus Trasszement und speziellen Zusatzstoffen und binden freies Kalziumhydroxid.
Achtung: Trasszement kann 40-70 % freies Kalziumhydroxid binden, es besteht also hier ein Restrisiko.
Mancherorts kann man Verfärbungen an den Rändern der Fliesen beobachten. Diese Verfärbungen stammen erfahrungsgemäß von der Verwendung elastischer Dichtstoffe, die Weichmacheröle enthalten. Vermieden werden können solche Mängel durch den Gebrauch von Naturstein-Silikonen.
Entstehungsbedingte Ablagerungen sowie Ausblühungen kommen speziell bei einigen Schiefersorten vor. Diese können mit Stahlwolle beseitigt werden. Wird der Boden nach dem Verlegen mit Wasser gereinigt, so fallen diese Ausblühungen am ehesten auf und sollten vor dem Versiegeln entfernt werden.